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Nur echt aus Blech
 
 
 

Ape fahren ist eines der letzten echten Abenteuer auf unseren Strassen


Wenn ich mit meiner Ape auf der Strasse unterwegs bin, komme ich mir vor wie Ben Hur in seinem Streitwagen. Fast jeder Autofahrer versucht, so schnell wie möglich, auf irgend eine Art an meinem Gefährt vorbei zu kommen. Mein 2-Takt-Benzin-Streitwagen läuft auf der Ebene 40 km/h. Genug um in 30er oder 40er Zonen mit zu schwimmen. An der nächsten Ampel hab ich die Möchtegern- Schumis eh wieder vor mir und warte geduldig, bis sie bei fast wieder gelb, endlich ihr Handy aus der Hand legen und anfahren.  Und ich hatte bei dieser Höchstgeschwindigkeit noch nie Probleme mit Blitzern. Sollte ich dennoch mal einen Bescheid bekommen, werde ich ihn einrahmen und stolz über mein Bett hängen.

Übrigens wird die Beschleunigung bei der Ape nicht mit der Stoppuhr gemessen, sondern mit dem Kalender.

 

    Charlton Heston beim berühmten Wagenrennen in dem Antike - Filmklassiker "Ben Hur" von 1959


Ape fahren ist weder mit Auto - noch mit Motorradfahren vergleichbar. Mit ihren drei Rädern (eins vorne und zwei hinten) und dem kleinen Cockpit, ist sie wohl am ehesten mit den Jagdflugzeugen des 2.Weltkriegs zu vergleichen. Piaggio baut seit 1916 auch Flugzeuge. Die brauchen natürlich ein paar PS mehr, um abheben zu können. Das Tieffliegen mit der Ape 50 macht aber mindestens genauso viel  Spass. Mit drei PS hat die Ape eine Pferdestärke weniger als "Ben Hur" mit seinem Vierer-Gespann. Dies macht sich aber nur am Berg bemerkbar.

Das Fahren auf drei Rädern erfordert sehr viel Gefühl, sonst legt sich die Fuhre sehr schnell auf den Seitenspiegel. Wenn nichts im Wege steht, ist das meist kein Problem. Genau so leicht, wie die Ape umfällt bringt man die 250 kg Leergewicht, wieder auf die krummen Beine. Danach Spiegel ausrichten und weiter geht die fröhliche Fahrt. Wie einst im Kleinkind-Alter mit dem Pedal - Dreirädle.

Wenn man selber mehr Gewicht auf die Waage bringt, lässt sich die Schwerkraft überlisten, indem der Pilot / Pilotin auf die Kurven-Innenseite des Cockpits wechselt. Viel Platz zum Wechseln ist in der engen Kabine nicht, aber wenn man den Ellbogen noch aus dem Klappfenster hängt, bringt es wirklich was. Ich handhabe diesen Fahrstil seit drei Jahren und bin bisher noch nie umgekippt, obwohl die Ape öfters mal in scharfen Kurven ein Beinchen hebt.

Hab mich eine Zeit lang gewundert, daß die Kurvenlage der Ape zusehends besser wird. Die Erklärung dafür ist ganz einfach:  Als Rentner hast Du viel mehr Kleingeld in der Tasche !! Und bei der Ape wirkt sich jedes Gramm mehr, was unterhalb des Luxus-Kunstledersitzes hängt, positiv auf die Strassenlage aus. Bergauf wirkt sich das bei der Power dallerdings sehr nachteilig aus. Muss man selber abwägen: mehr Kleingeld in der Hosentasche und bessere Kurvenlage - oder mehr Papiergeld -  und schneller am Berg.? Ich, als alter Mopedfahrer mache lieber auf dicke Hose und viel mehr Spaß in den Kurven.